Preis der Ökumenischen Jury von Locarno geht an «Nun Dul Dega Eomne»

Der Regisseur Hong Sangsoo aus Südkorea gewinnt den Ökumenischen Preis der Kirchen am 79. Locarno Film Festival. Im Zentrum seines Films steht der erste Besuch einer Tochter bei ihrer Mutter seit zehn Jahren.
Die Ökumenische Jury zeichnet den Film «Nun Dul Dega Eomne» (Südkorea) aus. Im Film geht es um Sanghee, die mit ihrem Bruder ihre Mutter in der südkoreanischen Stadt Jeju besucht – zum ersten Mal seit zehn Jahren. Die Mutter betreibt dort ein erfolgreiches Restaurant. Sanghees Stiefvater dreht einen Film über ein «Grasgrab», und seine Tochter hat mit dem Malen begonnen. Man tauscht Neuigkeiten, unnötige Ratschläge und billige Komplimente aus. Am Morgen der Abreise schauen sich die anderen Familienmitglieder einen Film von Sanghee an.
Jury wählt Film «Nun Dul Dega Eomne» wegen seiner ausserordentlichen menschlichen Tiefe
«Worauf lenken wir den Blick in unserem Leben? Sehen wir das Offensichtliche oder das Unsichtbare? Wie erzählen wir eine Geschichte der Wahrheit?» Mit diesen Fragen leitet die Jury ihre Begründung ein. Sie schreibt weiter: «Nun Dul Dega Eomne nimmt uns mit auf eine kurze Reise zu einem Familientreffen, in dem Erwartungen und Beziehungen wieder aufgenommen werden können. Dialoge entwickeln sich als kostbare Perlen universeller und existenzieller Themen und bieten eine intensive Reflexion an über Kreativität und Kunst.» Weiter heisst es in der Begründung: «Der Film erreicht eine ausserordentliche menschliche Tiefe im nur scheinbar Oberflächlichen. Mit grosser Empathie und subtilem Humor erkundet er Entfremdung und wie schwierig es sein kann, sich wirklich zu sehen und wechselseitig anzunehmen.»
Preis der Kirchen ist mit 10'000 Franken dotiert
Der Preis der Ökumenischen Jury von Locarno ist mit 10'000 Franken dotiert und geht an den südkoreanischen Regisseur Hong Sangsoo. Das Preisgeld wird von der Evangelisch-reformierten Kirche und der Römisch-katholischen Kirche der Schweiz gestiftet.
Internationale Jury der kirchlichen Medienorganisationen
Die Ökumenische Jury des 79. Locarno Film Festivals bestand aus: Viera Pirker, Deutschland (Präsidentin); Juha Rajamäki, Finnland; Sarah Stutte, Schweiz; sowie Jean-Luc Gadreau, Frankreich. Die Jury wird jedes Jahr neu von SIGNIS und INTERFILM zusammengestellt und besteht aus Fachleuten aus Kirche, Film, Theologie und Religionswissenschaft.
Über die Ökumenische Jury am Locarno Film Festival
Erstmals gab es im Jahr 1973 eine Ökumenische Jury an einem internationalen Filmfestival. Locarno war damit das erste Festival, das die christlichen Filmorganisationen in einer Jury zusammenführte. Seitdem werden die Preise von SIGNIS und INTERFILM gemeinsam vergeben. 2023 feierte die Jury ihr 50. Jubiläum am Locarno Film Festival und verlieh einen Ehrenpreis an den international renommierten Regisseur István Szabó. Neu ist die Ökumenische Jury in Locarno mit einer eigenen Webseite präsent: www.ecumenical-jury-locarno.ch. Das Locarno Film Festival findet dieses Jahr vom 5. bis 15. August 2026 statt. Die Ökumenische Jury wurde vom Festival eingeladen, arbeitete jedoch unabhängig und wählte nach eigenen Kriterien. Sie begutachtete die 17 Filme im Internationalen Wettbewerb des Programms.
Bildmaterial
Bilder der Ökumenischen Jury am 79. Locarno Film Festival befinden sich unter dem Downloadlink: https://www.swisstransfer.com/d/0cd94b6d-b386-409d-a9e0-ebd4eb58edcb
Bildlegende: Ökumenische Jury von Locarno 2026 (v.l.n.r.): oben Jean-Luc Gadreau, Sarah Stutte; unten Juha Rajamäki, Viera Pirker, Foto: Locarno Film Festival
Bilder Preisträgerfilm «Nun Dul Dega Eomne»
https://locarnofestival.canto.global/v/press79/album/QJGPP?display=fitView&viewIndex=2&gSortingForward&gOrderProp=name&referenceTo=&from=fitView