Locarno Film Festival: Schweizer Kirchen vergeben 10 000 Franken an Filmschaffende, die sich für Frieden einsetzen

Filmstill: Solomamma ©BPO

Die Ökumenische Jury der katholischen und reformierten Kirchen am 78. Locarno Film Festival ist ausgewählt. Melanie Pollmeier aus der Schweiz übernimmt das Präsidium. Ihr zur Seite stehen Ileana Bîrsan aus Rumänien sowie Philippe Cabrol und Roland Kauffmann aus Frankreich. Die Jury vergibt zum 52. Mal einen mit 10 000 Franken dotierten Filmpreis. Er geht an kreative Filmschaffende, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Respekt einsetzen.

Die Ökumenische Jury ist vom Locarno Film Festival (6.−16.08.2025) eingeladen, arbeitet jedoch unabhängig und wählt nach eigenen Kriterien. Sie begutachtet die 17 Filme im „Internationalen Wettbewerb des Programms. Aus diesen Werken wählt die Jury ihre Preisträger:in.

Präsidium der Jury übernimmt die Theologin und Politikwissenschaftlerin Melanie Pollmeier

Melanie Pollmeier ist Theologin und Politikwissenschaftlerin. Nach Stationen als Pfarrerin in Berlin, Bonn und Bern arbeitet die Schweizerin heute seelsorgerlich mit Menschen in allen Lebenslagen. Dabei nutzt sie Filme gezielt zur Lebensdeutung. Sie ist Präsidentin von Interfilm Schweiz und war Jury-Mitglied bei renommierten Festivals wie dem „Filmfestival Max Ophüls Preis“ (2016), der „Berlinale“ (2020), den „Nordischen Filmtagen“ in Lübeck (2023) und dem „Achtung Berlin Festival“ (2024).

International zusammengesetzte Jury

Die diesjährige Ökumenische Jury vereint Perspektiven aus Rumänien, Frankreich und der Schweiz. Die aus Bukarest (ROU) stammende Ileana Bîrsan ist Filmkritikerin, Filmemacherin und Festivalleiterin. Sie ist Mitbegründerin des DokStation-Festivals und Produktionskoordinatorin bei der Filmproduktionsfirma „Wearebasca“. 2024 gründete sie das internationale Festival FILMIKON, das sich Filmen widmet, die mit kirchlichen Preisen ausgezeichnet wurden. Ihr erster Kurzfilm „ExUtero“ schloss sie Anfang 2025 an. 

Philippe Cabrol aus Béziers (FR) ist Sozialwissenschaftler und Filmkritiker. Er arbeitet als ausserordentlicher Professor an der Katholischen Universität West in Angers (FR) und kuratiert ein christliches Filmfestival. Zudem leitet er Filmdebatten in Schulen und Gemeinden und war Jurymitglied bei Festivals wie San Sebastián und Fribourg. 

Roland Kauffmann ist Pfarrer in Guebwiller (FR) und bringt seine theologische Perspektive in die Jury ein. Er war Präsident der Ökumenischen Jury in Cannes (2019) und Mitglied der Berlinale-Jury (2022). Kauffmann interessiert sich besonders für die kulturelle Theologie.

Preis der Ökumenischen Jury wird am 16. August in Locarno verliehen

Die Jury wählt ein Werk aus dem „Internationalen Wettbewerb“, aus dem auch der Goldene Leopard gekürt wird. An der Preisverleihung vom 16. August 2025 im „Spazio Cinema“ in Locarno überreicht die Ökumenische Jury ihren Preis persönlich an die Filmschaffenden. Die Ökumenische Jury verleiht ihren Preis an Regisseurinnen und Regisseure, die die Zuschauenden mit ihrem künstlerischen Talent für religiöse, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren vermögen. Die Jury prämiert kreative Filmschaffende, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Respekt einsetzen und in deren Werk eine spirituelle Dimension spürbar ist. Der Preis ist mit 10 000 Franken dotiert. Das Preisgeld wird von den reformierten Kirchen und der katholischen Kirche der Schweiz zur Verfügung gestellt. 

Medienkontakt

Charles Martig
Festivaldelegierter SIGNIS Schweiz
charles.martig@kathbern.ch
078 661 08 25

Über die Ökumenische Jury

Erstmals gab es im Jahr 1973 eine Ökumenische Jury an einem internationalen Filmfestival. Locarno ist also das erste Festival, das die christlichen Filmorganisationen in einer Jury zusammenführte. Seitdem werden die Preise von SIGNIS und INTERFILM gemeinsam vergeben. 2023 feierte die Jury ihr 50. Jubiläum am Locarno Film Festival und verlieh einen Ehrenpreis an den international renommierten Regisseur István Szabó. Das Locarno Film Festival findet vom 6.-16. August 2025 in der Schweiz statt. Die Ökumenische Jury ist vom Festival eingeladen, arbeitet jedoch unabhängig und wählt nach eigenen Kriterien. Sie begutachtet die 17 Filme im „Internationalen Wettbewerb“ des Programms.